Iliosakralsyndrom (ISG)

Das Kreuz- Darmbein- Gelenk (Iliosakralgelenk, kurz: ISG) ist ein straffes, sehr kleines, wenig bewegliches Gelenk mit einer engen Gelenkhöhle. Es verbindet das Becken mit dem Kreuzbein, das noch zur Wirbelsäule gehört. Neben der Oberflächenbeschaffenheit der Gelenkflächen und der Lage des Kreuzbeines im Beckenring, ist das ISG von mehreren Bändern umgeben, die verantwortlich für die große Stabilität sind.

Entstehen Funktionsstörungen im Iliosakralgelenk mit Fehlhaltungen bzw. Fehlstellungen des Darm- oder des Kreuzbeines, erhöht dies die Belastung der umgebenden Bänder. Dadurch entsteht eine Spannungszunahme dieser, was wiederum zu einer Bewegungsstörung des ISG führen kann. Wie jedes andere Gelenk ist auch das ISG einem Verschleiß unterzogen und kann Schmerzen verursachen. Durch seine spezielle Stellung zwischen Becken und Wirbelsäule kann es zu Blockierungen kommen, die sehr schmerzhaft sind, aber dennoch auch ohne Operationen therapeutisch erfolgreich behandelt werden können.

Einige Spezialisten gehen davon aus, dass eine Blockierung dieses Gelenks für Schiefstellungen des Beckens oder eine Beinlängendifferenz verantwortlich ist. Eine solche Blockade ist bildgebend weder im Röntgenbild noch in der MRT oder CT nachweisbar, was die Diagnostik umso schwieriger gestaltet.

Symptome bei einem Iliosakralsyndrom

Ähnlich wie bei einem Hexenschuss treten stechende Schmerzen in der Beckengegend und im Rücken auf. Der Schmerz kann im weiteren Verlauf in einen tiefsitzenden, dumpfen Schmerz übergehen.
Dieser kann sich unter Belastung verstärken und in einigen Fällen in die Beine sowie in den Gesäßbereich und/ oder in die Leiste ausstrahlen.

Aufgrund der starken Schmerzen ist das Bewegungsausmaß der Wirbelsäule stark eingeschränkt, weshalb die Betroffenen meistens eine Schonhaltung einnehmen. Dadurch entstehen zusätzliche Verspannungen in der Rückenmuskulatur sowie eine Verstärkung der Wirbelgelenkblockade.

Gerade bei Frauen macht sich diese Blockade häufiger nach einer Geburt mit Schmerzen vom Gesäß bis in die Oberschenkel bemerkbar. Aber auch Bewegungseinschränkungen können die Folge sein.

Therapiemöglichkeiten beim Iliosakralsyndrom

In aller erster Linie wird hier konservativ behandelt. Leichte Dehnungs- und Bewegungsübungen können, unter professioneller Anleitung, in den meisten Fällen schnell die Blockade lösen und somit Linderung schaffen.

Bei starken akuten Schmerzen, die infolge einer bereits eingenommenen Schonhaltung zu zusätzlichen Verspannungen (Muskelhartspann) geführt haben, können zusätzlich kurzfristig Schmerzmittel zum Einsatz kommen.

Schmerzpflaster, Wärmeanwendungen sowie Schmerzsalben können lokal zur Schmerzreduzierung und Förderung der Muskelentspannung eingesetzt werden. Diese Mittel bewirken eine vermehrte Durchblutung, wodurch die Beweglichkeit des betroffenen Bereichs erhöht und das Risiko zusätzlicher Verspannungen reduziert wird.

Um einen Rückfall zu verhindern ist wiederum der Muskelaufbau zur Stabilisierung unabdingbar.
Reichen diese Behandlungsmöglichkeiten jedoch nicht aus, kann es notwendig sein, Schmerzmittel in das Gelenk zu spritzen, um den Schmerzkreislauf zu unterbrechen.

Auch können manualtherapeutische (chiropraktische) Maßnahmen dazu führen, Wirbelgelenkblockaden zu lösen. Mithilfe einer vorsichtigen Dehnung wird eine Verbesserung der Beweglichkeit im betroffenen Wirbelsäulenbereich (Mobilisation) erzielt. Aber auch ein kurzer Bewegungsimpuls im betroffenen Bereich in die schmerzfreie Richtung kann eine Lösung der Blockade (Manipulation) hervorrufen.

Beachte: Durch wiederkehrende intensive chirotherapeutische Manipulationen können Instabilitäten immer häufiger und schmerzhafter auftreten. Es ist daher essenziell im Nachgang der Behandlung Rücken- und Bauchmuskeln zur Stabilisierung des betroffenen Wirbelsäulenbereichs aufzubauen.

Was kann ich selber machen beim Iliosakralsyndrom?

Alle Maßnahmen, die zu einer Muskelentspannung beitragen sind sehr sinnvoll, da sich die umgebende Muskulatur bei einem Iliosakralsyndrom verspannt und verhärtet hat.

Solche Maßnahmen können sein: Wärmeanwendungen, Massage, spezielle Entspannungstechniken oder Muskeldehnübungen.

Sind sie relativ schmerzfrei ist es wichtig durch spezielle Übungen Rücken- und

Bauchmuskeln, die dann wie ein Korsett stabilisieren, aufzubauen.

Empfohlen werden des weiteren rückenschonende Sportarten wie Rückenschwimmen, Radfahren oder Nordic Walking, um das Risiko für Wirbelgelenkblockaden zu reduzieren.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten von Rückenschmerzen.

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